Die Geburt [aus der Sicht des Vaters]

Okt 24

Da man als Mutter in den ersten Wochen überraschender Weise weniger Zeit hat irgendwas zu bloggen, gibt’s den Geburtsbericht – natürlich auch verspätet – vom Vater ;-)

Da die Geburt ein geplanter Kaiserschnitt  war, “checkten” meine Frau und ich einen Tag davor im Wiener AHK ein. Die Aufnahme erfolgte stressfrei und ohne die spitalsüblichen sehr langen Wartezeiten. Dass der Termin perfekt war, zeigte kurz darauf der Wehenschreiber, an den alle 10 Frauen, die an diesem Morgen in die Ambulanz kamen, von den Schwestern angeschlossen wurden.

Der Wehenschreiber schlug schon kräftig aus, dh. die Geburt wäre ohnenin in den nächsten 1,2 Tagen losgegangen. Nach einigen Untersuchungen, die sich über den ganzen Tag zogen, verließ ich am Abend das Spital, um noch einmal – wie heißt das Wort ,aus einer fernen Vergangenheit doch gleich – aja – auszuschlafen.

Zu der ganzen Kaiserschnitt-Diskussion kann ich wenig beitragen. Bei meiner Frau waren hauptsächlich medizinische Gründe für den geplanten Kaiserschnitt ausschlaggebend. Allerdings muss ich sagen, dass es eine gewisse beruhigende Wirkung hat, wenn man genau weiß, wann es losgeht. Die Argumente “Geplanter Kaiserschnit – pfui, weil eine Geburt ist ja so natürlich und sollte nicht planbar sein, blabla”, kann ich nicht so ganz verstehen. Was so cool daran ist, ständig beim Läuten des Handys in Panik zugeraten, wenn man grad beruflich unterwegs ist, weiß ich nicht, aber bitte.  Aber das ist meine persönliche Meinung und jede Frau muss selbst entscheiden…

Der Kaiserschnitt war gleich in der Früh um 8 angesetzt, also stellte ich mir den Wecker auf 5 Uhr, um rechtzeitig wieder im Spital zu sein. Punkt 4 Uhr 55 läutete mein Handy und meine – mittlerweile sehr nervöse – Frau trällerte ins Telefon “Hab ich dich aufgeweckt?”… So ein kleiner Herzinfakt am Morgen ist ja auch was Feines. Man ist gleich munter und braucht erst gar keinen Kaffee. Meine Frau konnte die ganze Nacht nicht schlafen, aus Nervosität… die 5 Minuten bis zum Wecker hätte sie aber auch noch aushalten können ;-) .

Mit dem Taxi ins Spital, ab ins grüne Bettenhaus und rein ins Zimmer. Doch leider was die Eile umsonst, denn durch einen Notfall, ging es nicht, wie geplant gleich in der Früh los. Wenigstens konnte ich meine Frau beruhigen und etwas ablenken.

Komischerweise war ich die ganze Zeit nicht sonderlich nervös, erst als der Träger kam, um uns in den OP abzuholen, ging der Puls hinauf. Jetzt gings also los…. Freunde von mir, die mittlerweile schon 1,2 Kinder hatten, rieten mir, möglichst wenig daran zu denken Vater zu werden. Egal wie man es sich vorher auch ausmalt, es wird ganz, ganz anders – und viel besser, soviel sei schon verraten ;-)

Im Vorberreitungsraum warteten wir noch gemeinsam, während der – sehr nette – Anästhesist die notwendigen Vorberreitung erledigte. Obwohl ich meinen Zivildienst im AKH leistete, muss ich sagen, dass ich sehr positiv überrascht war. Sehr kompetente, liebe und nette Ärzte und Schwestern. Das Klima im und vor dem Kreissaal war sehr entspannt und ruhig. Was sicher auch half, dass weder meine Frau noch ich hyper nervös wurden.

Natürlich schlug das Herz immer schneller, als es dann wirklich losging. Ich musste mit dem zuständigen Arzt in den Umkleiderraum, um ins grüne OP Gewand (für mich als Austrianer ein Gräuel) zu schlupfen. Während die Vorbereitungen liefen, wartete ich noch einige Minuten alleine in der Garderobe, bis man mich hineinrief. Was mir in den paar Minuten durch den Kopf ging – keine Ahnung mehr, hochgeistiges war wahrscheinlich nicht darunter. Als ich den Saal betrat, war alles abgedeckt und ich nahm am Kopfende bei meiner Frau Platz um ihr die Hand zu halten. Von der Operationen sahen wir natürlich nix, da alles abgedeckt war.

Trotz zahlreicher Folgen Emergency Room (Dr. Green und ich sind ja per Du) muss ich sagen, dass mich nichts auf den Moment vorbereitet hat, als ich das erste Mail unsere Tochter schreien hörte und sie im Arm hatte. Eigentlich war ich insgesamt vielleicht 5 Minuten im OP, bis alles erledigt war. Mehr als ein paar sinnlose, aber hoffentlich beruhigente Worte für meine Frau waren nicht drinnen. Aja – durch den Mundschutz hauchte ich ständig meine Brille an und sah sowieso nicht viel (darüber sollte sie mal eine ER Folge  drehen!).

Dann schallte schon der erste Schrei der kleinen Prinzessin durch den Raum, ich stand auf, sah die Tränen in den Augen meiner Frau und blickte über die Abdecke. Ein sehr kleines (und sehr lautes), ganz mit weißer Käseschmiere bedecktes Etwas schrie aus voller Lunge. Jetzt nahmen mich die Schwestern mit hinaus, wo die Kleine abgewogen, kontrolliert und ordentlich eingewickelt wurde.

Irgendwie rauschte alles an mir vorbei – der erste Schrei, das erste Mal, als ich sie sah, dann die Erleichterung, dass alles gut gegangen ist, mein Frau gesund, meine Tochter auch. Die kurze Panik, als mich die Hebamme mit ihr alleine ließ (unter dem Heizstrahler), als ich sie das erste Mal in den Armen hielt und extrem verkrampft und schief da saß, um ja nix abzubrechen… Was da genau abging, keine Ahnung mehr. Irgendwann dazwischen konnte ich noch alle Großeltern anrufen. Dann kam schon meine Frau aus dem OP in den Aufwachraum. Die Kleine wurde ihr gleich gebracht und angelegt – Bonding und so. Jetzt waren wir also eine Familie. Vorher schon mit Kater und jetzt auch mit Tochter ;-)

Die Gefühle (auch Männer haben sowas ab und zu) zu beschreiben, ist relativ schwer – im Nachhinein. Ich kann nur sagen, dass es mich selbst gewundert hat, wie unglaublich schnell es geht, dass man so ein kleines Etwas, so ins Herz schließen kann, dass es einfach Weh tut, wenn man von ihr getrennt ist. Obwohl so richtig, richtig bewusst wurde mir erst, dass ich jetzt Vater bin, als ich mit meiner kleinen Tochter im Arm in mein altes Zimmer im Haus meiner Eltern war. Irgendwie war das ein ganz komisches, aber gutes Gefühl.

Abschließend kann ich nur an alle werdenden Vater sagen, dass man nicht zu nervös sein soll. Es gibt natürlich Momente (Stichwort 3 Uhr Früh), wo man möglicherweise denkt: “Eigentlich ist das ganze nicht so cool” ;-) , aber ein eigenes Kind, bei allen Sorgen, Problemen, Schlafmangel etc., ist einfach der Hammer.

1 Kommentar

  1. Ist es möglich, dass Ihr noch eine weitere Site besitzt? daran erinnern zu können, dass ich dieses Design vorher schonmal gesehen habe.

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